Grass und die Meinungsfreiheit

Wie freuten sich doch unisono alle Politiker, vorneweg die Galionsfiguren der einzelnen Parteien, als der neue Bundespräsident gewählt wurde. Endlich habe man einen Bundespräsidenten, der eine eigene Meinung habe und diese auch zum Ausdruck brächte. Einen Mann, an dem man sich reiben könne. Mit Gauck kam jemand ins Amt, der die Meinungsfreiheit quasi in Person darstellte.

Und jetzt, da jemand, allerdings aus einer ganz anderen Ecke kommend, seine Meinung ganz offen kund tut, da meint eine dieser Galionsfiguren, Frau Nahles, der Mann, gemeint war Günter Grass, hätte besser geschwiegen. Was für ein jämmerliches Bild von Meinungsfreiheit. Man darf in den Augen dieser Leute offensichtlich nur solange sagen, was man sich denkt, solange es im Einklang mit der eigenen Meinung ist.

Wer Demokratie wirklich will, der muss sich für Meinungsfreiheit ohne wenn und aber einsetzen. Da muss man auch eine andere Meinung, und sei sie einem noch so unangenehm, aushalten. Warum diese zum Teil recht grobschlächtige Verurteilung von Günter Grass in der Presse? Oder will man hier nur mediale Macht demonstrieren und alle Andersdenkenden von vorneherein in die Schranken weisen, damit sie gar nicht auf die Idee kommen, zukünftig ihren Mund aufzumachen?

Fazit: Die Botschaft ist klar, wer Ungewünschtes ausspricht, der wird an den Pranger gestellt. Trotzdem: Bürger habt Mut und sagt, was Ihr Euch denkt. Und was sagt unser Bundespräsident dazu?

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