Putin, die Krim und Sochi

Die Titel von Talkshows und die Schlagzeilen so mancher Printmedien hatten über Wochen einen ähnlichen Wortlaut: „Wer stoppt Putin?“ Dabei müsste es doch heißen: „Wer stoppt die Nato?“

Wo liegen die Gründe für die Annexion der Krim durch Russland? Doch wohl darin, dass es Russland leid ist, ständig vom Westen vorgeführt zu werden. Hier musste Russland ein Zeichen setzen. Formal wurde das Völkerrecht bei der Eingliederung der Krim sicher verletzt. Aber was heißt denn Völkerrecht, wenn es nicht die Wünsche der Bevölkerung widerspiegelt. Die überwältigende Mehrheit der Krimbewohner wollte zu Russland. Das ist eine Tatsache, die man anerkennen muss. Warum es so schnell ging? Weil Putin nicht für Monate oder Jahre auf der Anklagebank sitzen wollte. Der Erfolg gab ihm Recht. Nur wenige Wochen nach der Eingliederung der Krim redet kaum noch jemand darüber, vielleicht ein paar Krimtataren, die von westlichen Journalisten aufgespürt und dann vor der Kamera ihre Statements abgeben sollen.

Putin hat den Europäern über Jahre hinweg Angebote zu mehr Zusammenarbeit unterbereitet. Der Westen hat sie alle ausgeschlagen. Selbst die olympischen Winterspiele wurden von einer Reihe von westlichen Politikern boykottiert. Darunter auch von unserem Bundespräsidenten, Herrn Gauck. Möglicherweise war da noch eine persönliche Rechnung aus DDR-Zeiten offen, die der ehemalige Pastor begleichen wollte.  Staatsmännisch hat er auf jeden Fall nicht gehandelt. Hoffentlich ist Herr Gauck genauso kritisch, wenn er irgendwann einmal in die USA eingeladen werden sollte. Unter Berücksichtigung von Guantanamo und der NSA dürfte er eine derartige Einladung niemals annehmen.

Noch ein Wort zu den meiner Meinung nach gelungenen Spielen – z.B. Eröffnungs – und Abschlussfeier!! – in Sochi: Würde man das von Obama und Bush für die Kriege in Afghanistan und dem Irak ausgegebene Geld mit nur 1 Prozent verzinsen, dann könnte man bis zum Ende der Welt alle vier Jahre Spiele wie die von Sochi finanzieren! Und wem das Abschlussfeuerwerk in Sochi zu pompös war – siehe K. Witt in der ARD-Sendung – , der sei darauf hingewiesen, dass die an einem einzigen!! Tag im Irakrieg verfeuerten Raketen etwa genau soviel Geld verschlungen haben wie das Feuerwerk von Sochi. Es gab allerdings einen nicht unerheblichen Unterschied: Im Irakkrieg kamen bei dem von den USA inszenierten täglichen Feuerwerk im Durchschnitt 55 Menschen pro Tag ums Leben und am Feuerwerk in Sochi haben sich Hunderte von Millionen Menschen an den Fernsehbildschirmen erfreut.

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