Der Weg in den 3. Weltkrieg

Als Ronald Reagen zum Krieg der Sterne aufrief, wusste er vermutlich nicht, welch gewaltige politische Nachbeben sein Projekt auslösen würde. Er zwang mit seiner Rüstungsoffensive die damalige Sowjetunion zu einem Wettrüsten, das so kräftezehrend für die Sowjets war, dass am Ende der Zusammenbruch der Sowjetunion stand. Ohne einen wirtschaftlich derart geschwächten Ostblock hätte es einen Zusammenschluss Deutschlands wohl nicht gegeben, zumindest nicht so schnell.

Jetzt versucht man erneut, Russland wirtschaftlich in die Knie zu zwingen. Mit Sanktionen und vor allen Dingen mit einem niedrigen Ölpreis will man Russland destabilisieren, in der Hoffnung, dass die daraus resultierenden inneren Unruhen zu einem Sturz Putins führen werden. Wir alle wissen aus dem arabischen Frühling, von Syrien und von der Ukraine, nach welchem Muster diese Aufstände ablaufen. Dass Putin – er ist nicht ein zweiter Gorbatschow! – eine derartige Entwicklung nicht tatenlos hinnehmen wird, liegt auf der Hand, weiß er doch zu genau, was der Westen mit Diktatoren macht. Der ehemalige Freund des Westens Saddam Hussein wurde aufgehängt, Gaddhafi erschossen und Mubarak landete im Gefängnis. Hier sei kurz der Einwand erlaubt, dass Putin in freien Wahlen in das Amt gekommen ist, das er jetzt inne hat, und in weiten Teilen der russischen Bevölkerung sehr beliebt ist!

Da dem Westen der wirtschaftliche Druck nicht genügt, unterlässt man nichts, um Putin zu demütigen. Da werden die wirklich schönen olympischen Spiele in Sochi von westlichen Politikern boykottiert, da bezeichnet Obama in fataler politischer Ignoranz Russland als Regionalmacht, da wird Putin aus der G8 Runde kurzerhand ausgeschlossen und auf dem G20 Gipfel regelrecht vorgeführt. Mit diesem Vorgehen trifft man nicht  nur Putin, da trifft man auch das russische Volk. Wenn ich eines in meinem Leben gelernt habe, dann dies, dass man keinen Menschen und schon gar nicht ein ganzes Volk demütigen und ihm damit die Würde nehmen darf, schon gar nicht einem Volk, das kulturell Einzigartiges geleistet hat.
Wer einmal die Basilius Kathedrale in Moskau, die zahlreichen Kirchen, Schlösser und Klöster in der Provinz und den Glanz von Petersburg gesehen hat oder gar im Bolschoitheater saß, der wird mir zustimmen. Besonders riskant, ja dumm ist es, jemanden zu demütigen, der 8.000 Nuklearwaffen sein eigen nennt.

Welche Optionen hat ein in die Enge getriebener Putin?

  • Mit dem Aufrechthalten eines destabilisierten Nahen Ostens und Nordafrikas mittels Veto im Sicherheitsrat oder durch Unterstützung bestimmter Gruppierungen könnte er die Unruhen im arabischen Raum und in Nordafrika am Köcheln halten. Damit kann er die Flüchtlingsströme nach Europa noch forcieren, um dem Westen – quasi in einem Langzeitprojekt – ebenfalls innenpolitische Schwierigkeiten zu bereiten.
  • Putin könnte dem Iran Offerten für eine Zusammenarbeit bei der Anreicherung von Uran anbieten. Damit würde er Amerikas beste Freunde, die Israelis, in Zugzwang bringen, was letztendlich zu einem völligen Chaos im Nahen Osten führen würde.
  • Vielleicht gelingt es Putin aber auch, neue Partner auf wirtschaftlichem Gebiet zu finden. Das wäre die Rettung für Russland. Die BRICS-Staaten könnten Putins große Rettung sein. Die Besuche von Amerikas Führungsriege in einigen dieser Länder zeigen, dass man diese Option Putins erkannt hat und sie zu durchkreuzen versucht.

Da es jedoch den Anschein hat, als ob die Amerikaner jetzt die große Chance witterten, Putin und damit Russland im Streben um die Vormachtstellung endgültig aus dem Rennen zu werfen, werden die USA – in tragischer Verkennung der Lage – Putin so lange wirtschaftlich und militärisch – Stichwort Nato – in die Enge treiben, bis es für Putin evtl. nur noch einen Ausweg gibt: frontal angreifen und zwar noch bevor die Europäer die schnelle Eingreiftruppe kampffähig gemacht haben. Mehr als untergehen kann er nicht.

Die Ukraine hätte russischen Truppen nichts entgegenzusetzen, da wichtige Punkte von Separatisten bereits besetzt wären, Ungarn würde die Russen durchwinken und die Österreicher würden in einem Wiener Kaffeehaus zu dem Schluss kommen, eine Mautpauschale anstelle der zahlreich zu verteilenden Pickerl für die russische Nutzung der Autobahnen festzusetzen. Ansonsten würden sie die Abwehrarbeit den Deutschen überlassen. Schließlich ist Österreich kein Natomitglied. Bis die Verteidigungsministerin von der Leyen die neu installierten Bundeswehrkindergärten fronttauglich gemacht und das Bundesverfassungsgericht über die Rechtmäßigkeit der Mobilmachung beraten hätte, wären russische Panzer bereits am Rhein. Die Italiener verschanzten sich hinter den Alpen und die Schweiz ist sowieso neutral. Le Pen würde in Frankreich ihre Stunde für gekommen sehen. Luxemburg und die Niederlande würde Gazprom ein neues Steuermodell unterbreiten. Die französisch sprechenden Belgier würden sich Le Pen anschließen und die flämischen Belgier den Niederländern. Da bleiben nur die Briten. Putin müsste sie notgedrungen mit einer Atombombe auf London zur Räson bringen. Die USA könnte er mittels eines Tsunami schachmatt setzen, was ihm durch das Absprengen des labilen westlichen Teils von La Palma gelingen könnte. Die einzig wirklich ernst zu nehmende Gegenwehr käme aus Polen. Sollten die Amerikaner atomar eingreifen, dann wäre das auch für sie selbst verheerend.

Putin übt bereits den Aufmarsch von Panzerverbänden an seiner Westgrenze, lotet aus, wie die Luftabwehr der Nato funktioniert. Noch übt er. Der Westen hat also noch etwas Zeit. Ich befürchte allerdings, dass der Westen die Zeichen nicht erkennen wird. Am Ölpreis der nächsten Monate und am Verhalten des Westens in der Ukrainefrage wird man die Fortschritte im Gewahrsein der Gefahr genau ablesen können. Je länger das Öldumping andauert und je intensiver sich die Eskalation in der Ukraine entwickelt, desto gefährlicher wird es. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch das Verhalten Saudiarabiens, das gegen eine Reduzierung der Fördermenge ist, da es in einem niedrigen Ölpreis die ganz große Chance sieht, den Todfeind Iran zu schwächen.

Nebenbei möchte ich noch bemerken, dass ein niedriger Ölpreis aus der Sicht der Amerikaner auch noch den Vorteil hat, andere widerspenstige Staaten, welche von  Öleinnahmen abhängen (z.B. Venezuela !!), ebenfalls in die Knie zu zwingen. Apropos Venezuela. Die USA versuchen gerade, den engsten Verbündeten von Venezuela, nämlich Cuba, auf ihre Seite zu ziehen. Für die Amerikaner scheint die Möglichkeit, Russland endgültig in die Knie zu zwingen wohl so verlockend zu sein, dass sie das drohende Unheil mit den verheerenden Folgen gar nicht mehr bemerken. Sie scheinen sich auf der anderen Seite des Teichs sehr sicher zu fühlen!

Oh Gott, das kann, ja das wird böse enden. – Andreas Angermeir

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