Das Embargo gegen Russland

So ziemlich genau vor einem Jahr habe ich geschrieben, dass mit dem niedrigen Ölpreis nicht nur Russland, sondern auch der Iran und Venezuela in die Knie gezwungen werden sollen. Venezuela ist bereits gefallen. Die USA kritische Regierung wurde abgewählt, weil der niedrige Ölpreis und die kurzsichtige Strategie der Regierung in Venezuela, alles auf das Öl zu setzen, zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten und damit zur Abwahl der Regierung Maduro geführt haben. Die neue Regierung wird den USA gewogen sein. Der Iran hat ebenfalls Zugeständnisse gemacht. Lediglich Russland steht noch, aber schwankt.

Ob Russland fällt, hängt entscheidend davon ab, ob es Putin gelingt, über die BRICS-Staaten einen Wirtschaftsraum zu kreieren, der nicht nur das Überleben der russischen Wirtschaft sichert, sondern auch dem Volk einen angemessenen Wohlstand bringt. Zur Zeit scheinen die Russen vor allen Dingen über die Waffenindustrie ihre Wirtschaft am Leben zu halten. Selbst die prowestlichen Saudis sollen angeblich einen 10 Milliarden Dollar Deal mit den Russen abgeschlossen haben. Auch Indien tätigt Waffenkäufe in Russland. Russland ist mit seinem Waffenexport der Garant dafür, dass die Unruheherde in dieser Welt weiter am Köcheln gehalten werden – und damit auch die Flüchtlingsströme weiter fließen, Flüchtlingsströme, von denen Russland allerdings relativ wenig tangiert ist. Die Probleme haben andere Staaten, allen voran Deutschland.

Im Übrigen kann man nur hoffen, dass sich Russland wirtschaftlich wieder einigermaßen erholt. Ein angeschlagenes Russland mit einer Armee, die zur Zeit massiv aufgerüstet wird, könnte sonst für alle Beteiligten ein echtes Problem werden. Am Beispiel Russlands zeigt sich, wie kontraproduktiv das von den Europäern verhängte Wirtschaftsembargo gegen Russland ist. Anstatt Konflikte zu beheben, kommt es – auch auf Grund des Embargos – zu einer Eskalation. Warum besinnen sich die Europäer nicht endlich und versuchen, mit Russland gemeinsam ein prosperierendes Europa aufzubauen, mit einem Wirtschaftsraum von Lissabon bis Wladiwostock? Gemeinsam – Europa und Russland vereint – hätten wir alles: Rohstoffe und Technik.

Währenddessen schaut die ganze Welt gespannt auf den Nahen Osten, wo es wie bei einem Vulkan nur so brodelt. Wird er ausbrechen und ein Weltbeben auslösen? Was bleibt, ist allein die Hoffnung, mehr nicht. Ich wünsche allen, die mich auf dieser Seite begleiten, ein ruhiges 2016.

Andreas Angermeir

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