Clinton oder Trump

Gut, dass ich kein US-Amerikaner bin. Ruhigen Gewissens könnte ich keinen der beiden Präsidentschaftskandidaten wählen: weder Clinton noch Trump.

Letztendlich würde ich wohl bei Trump mein Kreuz machen. Vielleicht sind Sie erstaunt und fragen: „Wie kann man nur?“ Weil mir eine eiskalte, von Egoismen getriebene Clinton noch unheimlicher ist als ein ungehobelter Trampel. Sie ist sicher eloquenter, vermutlich auch intelligenter als Trump. Und trotzdem würde ich sie nicht wählen.

Schauen wir Clintons Werdegang einmal genauer an. Im Jahr 2003 stimmte sie – als demokratische Senatorin – für den vom Republikaner George W. Bush geforderten Krieg gegen den Irak. Wenn ich mich recht erinnere, dann war sie es, die sich als damalige Außenministerin für die Beseitigung Gaddhafis in Lybien einsetzte. Die Folgen aus diesen Kriegen sind uns allen bekannt: Hunderttausende von Toten, Flüchtlingsströme, die Europa zu schaffen machen, und – nicht zu vergessen – die Tausende von Toten im Mittelmeer, die auf ihrer Überfahrt nach Europa ertranken. Hillary Clinton ist für dieses Desaster mitverantwortlich. Und so eine Frau soll Präsidentin der USA und damit die mächtigste Frau der Welt werden? Da kann einem nur Angst und Bange werden.

Wir brauchen jemanden, der die Interessen der einzelnen Länder wahrnimmt und ausgleichend auf die Machthaber unterschiedlichster Couleur einwirkt, jemanden, der versöhnt, und keinen Scharfmacher, der die Welt in ein immer noch größeres Chaos stürzt. Wir brauchen niemanden, der alten Feindbildern huldigt. Die unqualifizierten Sprüche von Trump könnte ich viel eher verkraften. Für mich ist Trump ein Geschäftsmann, der Geld verdienen will. Und das geht am besten – die Rüstungsindustrie mal ausgenommen – wenn man mit möglichst vielen Ländern gute Handelsbeziehungen hat. Er ist viel eher Geschäftsmann als Politiker. Er wäre für mich die ungefährlichere Alternative.

Wie ungeschickt Trump und wie smart Hillary Clinton ist, zeigt sich am besten daran, dass sie es verstanden hat, ihre aggressive Außenpolitik bei all den bisherigen Diskussionen zu verharmlosen. Hillary Clinton und den Medien ist es gelungen, die Entgleisungen Trumps als viel gravierender hinzustellen als Hillarys radikale außenpolitische Ansichten. Die wurden und werden in ihrer Tragweite offensichtlich total falsch eingeschätzt. Für die westliche Welt, die gegenwärtig Clinton unterstützt, wird die Thronbesteigung Clintons zu einem fürchterlichen Bumerang werden.

Wer mehr über Clintons Außenpolitik lesen will, der darf im jeder Parteinahme für Trump unverdächtigen ARD folgenden Link aufrufen:

http://www1.wdr.de/daserste/monitor/sendungen/hillary-clinton-146.html

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