Trump und die Medien

Was für ein Hauen und Stechen, wenn es um Donald Trump geht.

Als Trump im Januar darauf hinwies, dass es ein katastrophaler Fehler von Kanzlerin Merkel gewesen wäre, so viele Flüchtlinge ohne jede Kontrolle nach Deutschland einreisen zu lassen, war die Kritik an Trump groß. Warum eigentlich? Hatten nicht die CSU und Teile der CDU sich genauso oder ähnlich geäußert. Kritik an Merkel gab es nicht nur von Seiten zahlreicher deutscher Politiker, sondern auch in weiten Teilen der deutschen Bevölkerung. Trump ging also konform mit vielen Deutschen. Die von Trump geäußerte Kritik an Frau Merkel hört sich geradezu harmlos im Vergleich zu den Verbalinjurien deutscher Politiker gegenüber Trump an.

In der Sendung „Maischberger“ am 18. Januar wurden Herr Oppermann und Frank Walter Steinmeier mit folgenden Äußerungen zitiert: Oppermann in Bezug auf Trump: „Der hat ja nicht alle Tassen im Schrank.“ Und Steinmeier bezeichnete Trump gar als „Hassprediger“. Das sind Entgleisungen!! Da drückt sich Trump ja noch vornehm aus. Bevor man allzu laut auf Trump einschlägt, sollte man sich all der Wortsalven erinnern, die man gegen Trump abgefeuert hat. Die Europäer haben das Klima mit den USA wohl mehr beschädigt als Trump das gegenüber den Europäern getan hat.

Hier zeigt sich, dass man das doch sehr subjektive Kriterium sympathisch/unsympathisch für die Beurteilung einer Person wählt. Das geht nicht, wie unsympathisch man Trump auch finden mag. Wenn ich all die Menschen, denen ich ein Zeugnis ausstellen musste, nach sympathisch oder unsympathisch beurteilt hätte, dann wäre ich diesen Menschen nicht gerecht geworden. Den deutschen Politikern kann man also nur empfehlen, verbal abzurüsten und vom hohen Ross der Überheblichkeit herunter zu steigen. So intelligent sind die zahlreichen Worthülsen, die sie von sich geben, ja auch nicht.

Interessant auch, wie alle über Trump herfallen, weil er sich bezüglich der Schweden auf einen Artikel berief, der in den Medien veröffentlicht wurde. Warum fallen die Medien über ihn her, wo er doch nur – ausnahmsweise einmal – das für wahr gehalten hat, was in den Medien veröffentlicht wurde. Trump hat also – in diesem Fall zumindest – mit seiner Meinung bezüglich der Medien recht.

Oder nehmen wir mal das Korrespondenten-Dinner, an dem Trump nicht teilgenommen hat. Nehmen wir mal, er hätte teilgenommen. Die Medien wären über ihn hergefallen, und zwar genau so, wie sie es bei Frau Petry taten, als diese an einem Presseball teilgenommen hatte. Trump hat sich nicht verbogen. Er hat getan, was er für richtig hielt.

Trump kann machen, was er will, für die Presse ist er das Feindbild schlechthin. Wir hatten das schon einmal: Damals hieß der Mann Wulff.

Andreas Angermeir

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