Macron und die Grand Nation

Als ich Anfang Juli in den Nachrichten das Bild vom „Einmarsch“ des französischen Staatspräsidenten Macron im Schloss des Sonnenkönigs sah, traute ich meinen Augen nicht.

Erinnerungen an Putins Weg durch die hohen vergoldeten Türen des Kreml kamen hoch. Der Vergleich hinkt allerdings etwas. Während Putin selbstbewusst dahin schreitet, ist der Gang Macrons noch hölzern und etwas unsicher. Seine Schritte greifen nicht wirklich aus. Sie sind klein. Er muss noch üben.

Mit seinem eisernern Willen, die Größe Franreichs, einst verkörpert durch Napoleon, wieder herzustellen, wird er es schaffen. Franzosen lieben ja die Symbolik und die großen Gesten. Und Macron liebt sie ebenso. So wird er mit diesen Gesten wohl einen Teil seiner Landsleute hinter sich scharen können. Da Frankreich wirtschaftlich nicht so gut dasteht wie Deutschland oder die nordeuropäischen Länder, braucht er die Hilfe dieser Länder. Ich traue den deutschen Politikern die Blödheit zu, den Größenwahn eines französischen Möchtegernmonarchen auch noch zu unterstützen. Macron bringt die großen Gesten, redet geschmeidig über europäische Werte und Deutschland zahlt.

In ihrem Wahlprogramm verzichtet die CDU / CSU auf eine Beteiligung des IWF bei internationalen Hilfsprogrammen. Damit ist der wichtiogste Pfeiler für besonnene Hilfen eingerissen. Der IWF ist ein Garant für Besonnenheit! Was hier auf uns zukommt, ist in etwa gleichbedeutend mit einem Länderfinanzausgleich auf europäischer Ebene. Fatal !!!!!!!!!! Dümmer geht es nicht.

Macron erscheint mir wie der Rattenfänger von Hameln, der die Jugend und auch noch ein paar ältere Franzosen mit seinem Gesäusel auf seine Seite gezogen hat. Er ist ein brillanter Redner. Das genügt aber nicht. Schwätzer bringen ein Land nicht wirklich voran.

Mit Obama hatten auch die Amerikaner einen brillanten Redner und einen sympathischen Mann an die Spitze gewählt, der dann allerdings wesentlich weniger halten konnte als er versprach. Das Ergebnis seiner Politik ist Trump. Das muss man ehrlicherweise so sagen.

Während Obama mit den Investmentbankern der Wallstreet eng verbunden war, ist Macron selbst ein Investmentbanker. Das ist noch schlimmer. Wie kann ein Investmentbanker zum Wohle des Volkes arbeiten? Das ist ein Widerspruch in sich. Allein schon deshalb halte ich Macron für eine ganz schlechte Wahl. Mal sehen, ob mit Macron ein neuer Geist durch Frankreich wehen wird oder ob ihn das französische Volk ganz hart in die Schranken verweisen wird. Die Franzosen haben Übung darin. Die nächsten Unruhen sind vorprogrammiert.

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