Ankerzentren

Was sind Ankerzentren? Das sind – der Theorie nach – Flüchtlingsunterbringungen, in denen die Asylverfahren in möglichst kurzer Zeit abgeschlossen werden sollen, inclusive möglicher Abschiebungen. Die exakte Bedeutung für Anker ist: Ankunft, Entscheidung, Rückführung. Da die Abschiebungen aber, wie uns die letzten Jahre gelehrt haben, nur sehr bedingt realisiert werden können, wird es in diesen Abschiebezentren bald zu Staus kommen. So werden die Ankerzentren zu Anstalten, in denen die Asylanten vor Anker gehen und dort für lange Zeit auf Reede liegen werden. Solange, bis das Boot überfüllt ist. Was uns dann blüht, dafür könnte Ellwangen ein Beispiel sein. Da die Zuwanderung immer noch anhält, werden immer mehr Ankerzentren gebaut werden müssen. Eine endlose Spirale.

Die eigentliche Lösung des Problems kann also nur darin bestehen, dass wir die Zuwanderung bis auf jenes Maß reduzieren, das verkraftbar ist. Wir sollten also nur so viele Menschen ins Land lassen wie wir integrieren können. Sollte das unsere Politik nicht leisten können, wird der Unmut in der Bevölkerung wachsen. Selbst dann, wenn die öffentlich-rechtlichen Medien auch weiterhin versuchen werden, uns ein Bild vorzugaukeln, das fast ausschließlich von armen Kindern und Müttern auf der Flucht erzählt anstatt von jungen Männern, die in erster Linie an unserem Wohlstand – zu Lasten der Ärmeren in diesem Lande – partizipieren wollen. Ich darf hier auf den Widerspruch hinweisen, der darin besteht, dass wir bereit sind, für die Asylanten Jahr für Jahr mindestens ca. 20 Milliarden € auszugeben – manche Schätzungen liegen wesentlich höher -, dass es aber kaum machbar erscheint, für die Pflege alter Menschen 1 Milliarde € mehr pro Jahr aufzubringen. Der Anspruch vieler Deutscher, tolerant, ja toleranter als alle anderen Europäer zu sein, wird uns in immer prekärere Verhältnisse führen. Toleranz gepaart mit Weitsicht, das muss die Losung für die nächsten Jahre sein. Toleranz allein wird zu einem Rechtsruck in unserer Gesellschaft führen. Wollen wir das?

Was können wir also tun? Die Lösung liegt in der EU. Sie besteht darin, die Außengrenzen des Schengenraumes zu sichern und das Schleppertum im Mittelmeerraum mit allen Mitteln zu bekämpfen. Nur wenn den ausreisewilligen Menschen in Afrika klar gemacht wird, dass sich eine Fahrt übers Mittelmeer nicht lohnt, kann über eine Einwanderungspolitik diskutiert werden. Außerdem müssen wir endlich aufhören, Afrika ökonomisch zu schaden, im Gegenteil, wir müssen diesen Kontinent wirtschaftlich fördern.

Noch ein Hinweis: Wenn Aristoteles Recht hat, dass Toleranz die letzte Tugend einer untergehenden Kultur ist, dann stehen wir kurz vor dem Ende.

Andreas Angermeir

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