ÜBER LEBEN

Dirk Steffens und Fritz Haberkuss haben ein wunderbares Buch geschrieben, in dem sie uns die Wichtigkeit der Biodiversität für unser ÜBERLEBEN mit viel Engagement nahebringen. Als wichtigen Baustein für eine Lösung des Problems benennen die beiden Autoren den Optimismus. Das entspricht sicher dem Naturell von Dirk Steffens. Hat aber mit der Wirklichkeit nichts zu tun.

Wir werden den Planeten Erde nicht „retten“. Ich denke, dass sich die Menschheit mit den Veränderungen arrangieren wird, so wie sie es mit allen Veränderungen fortwährend getan hat. Kollateralschäden werden in Kauf genommen. Erst wenn sie zu groß werden, wird es zu einem Umdenken kommen. Ist es nicht Dirk Steffens selbst, der uns mit seinen Terra X – Sendungen in wunderschönen Bildern vorgaukelt, dass wir in einer Welt höchster Biodiversität leben. Warum sollten wir also Angst vor einem schnellen Verlust derselbigen haben?

Dass Dirk Steffens im November 2020 das Thema Biodiversität – einmal in vielen Jahren – zum Hauptgegenstand einer Sendung macht, zeigt nur, dass auch er lediglich ein Feigenblatt braucht, hinter dem er sich verstecken kann. Ansonsten fliegt er mit seinem Kamerateam in die entferntesten Winkel der Erde und ist somit alles andere als ein Vorbild für umweltbewusstes Verhalten. Er kann natürlich behaupten, dass er seine vielen Reisen des Berufs wegen unternimmt. Die anderen Menschen fliegen durch die Welt, um in der Südsee Urlaub zu machen und sich dort von den Strapazen ihres Berufslebens zu erholen. Jeder wird ein Argument finden, mit dem er sein Verhalten rechtfertigt. (Im Übrigen kann man sich mit ein paar Euro, die man zu den Flugkosten bezahlt, von jedem Schuldgefühl freikaufen.)

Ein weiteres Argument für das Gelingen einer rigorosen Veränderung sehen die beiden Autoren im Verhalten der Menschen in der Corona-Krise. Sie glauben, dass „rasche Veränderungen mit einer breiten Zustimmung möglich sind“. Die Zustimmung von vielen Bürgern zu den Corona-Maßnahmen ist nur deshalb möglich, weil die Maßnahmen begrenzt sind. Für einen Erhalt der Biodiversität sind jedoch bleibende und nicht kurzfristige Veränderungen notwendig. Deshalb ist der Vergleich mit der Corona-Krise untauglich.

Fazit zum Buch. Gut gemeint, warmherzig geschrieben, lesenswert, vermutlich wirkungslos. Solange wir das Bevölkerungswachstum nicht in den Griff bekommen, solange werden all die gut gemeinten Projekte keine nachhaltigen Verbesserungen bewirken.

Andreas Angermeir

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