Nordstream

Gott sei Dank ist die Kuh vom Eis und Nordstream-2 kann, wenn nicht unvorhersehbare Ereignisse eintreten, in Betrieb genommen werden. Ein solches unvorhersehbares Ereignis wäre z.B. eine Kanzlerin namens Annalena Baerbock oder ein Kanzler namens Norbert Röttgen, der sich ebenfalls gegen den Bau von Nordstream-2 stemmt. Dieser Mann ist Geschichte; im Rennen um die Kanzlerkandidatur wurde er bereits im Vorfeld aussortiert.

Also: diese Ereignisse wird es Gott sei Dank nicht geben. Die mangelnde Weitsicht von Annalena Baerbock zeigt sich darin, dass sie für einen Baustopp der Pipeline eingetreten ist und sich damit indirekt für das Fördern von Gas durch Fracking!! stark gemacht hat. Soweit mir bekannt ist, gehört Annalena Baerbock zu den Grünen. Die Argumentation, dass sich Deutschland durch die Pipeline von russischem Gas abhängig macht – wie von Teilen der EU und den USA vorgebracht – und deshalb die Pipeline nicht in Betrieb gehen dürfe, ist doch mehr als fadenscheinig. Es geht ausschließlich ums Geld.

Russisches Gas gelangt ja bereits nach Deutschland. Es geht also nur noch um den Weg, den dieses Gas nimmt!! Zur Zeit über die Transgas durch die Ukraine, die Slowakei und Tschechien. Bei dieser Trasse besteht doch viel mehr die Gefahr, dass im Zuge des Russland-Ukraine-Konflikts der Gasfluss unterbrochen werden könnte. In den Jahren nach 2005 hat die Ukraine die Gasdurchleitung mehrfach reduziert. Der unsichere Partner ist also die Ukraine und nicht Russland. Die Ukraine kann nach Belieben den Gashahn zudrehen; wie es natürlich auch die Slowakei und Tschechien machen könnten.

Daneben gibt es eine weitere Pipeline, die Yamal-Pipeline, die durch Weißrussland und Polen führt. Da müsste doch die Sorge, dass Lukaschenko den Gashahn abdreht, viel größer sein. Niemand scheint sich diesbezüglich Sorgen zu machen. Wohl deshalb nicht, weil damit auch Polen, einer der Hauptgegner von Nordstream-2, ins Rampenlicht geraten würde und die an Polen zu zahlenden Transitgebühren entfallen würden.

Wollte man den Transit durch Weißrussland vermeiden, dann müsste man eine Pipeline über die baltischen Staaten und Polen nach Deutschland bauen. Dass die genannten Staaten diese Pipeline gerne hätten, liegt auf der Hand. Dann könnten sie Deutschland erpressen, z.B. durch Sperren des Transits. Zumindest könnten sie an der Durchleitung des Gases kräftig verdienen.

Im Übrigen gibt es ja schon eine Pipeline durch die Ostsee. Sie heißt Nordstream-1. Nordstream-2 ist lediglich eine zweite Leitung, parallel zur ersten. Wenn die Umweltschützer jetzt so heftig gegen Nordstream-2 opponieren, warum haben sie es dann nicht gegen Nordstream-1 getan, mit deren Planung 2006 begonnen wurde?

Die Argumentation der Gegner von Nordstream-2 war offenkundig so fadenscheinig und verlogen, dass sie ihren Widerstand letztlich aufgeben mussten. Und, was man nicht vergessen sollte, Deutschland ist immer noch ein unabhängiges Land, das selbst bestimmen kann, von wem es auf welchem Weg Gas bezieht. Dass es letztlich nur ums Geld ging, zeigt der neue Vertrag, in dem der Ukraine viel Geld auch weiterhin für die Durchleitung des Gases zugesagt wurde. Und siehe da, die Kritik an Nordstream-2 klingt merklich ab. Selbst Annalena Baerbock hat sich in den letzten Wochen nicht mehr öffentlich zu Nordstream-2 geäußert. In diesem Sinne wird Nordstream-2 wohl relativ unbeachtet noch in diesem Jahr an den Start gehen und die Politik wird sich anderen Problemen zuwenden.

Ein Denkmal sollte man in Mecklenburg-Pommern der Ministerpräsidentin Michaela Schwesig errichten, die sich mit klaren Worten und viel Engagement vehement für eine Vollendung von Nordstream-2 einsetzte; natürlich auch nicht ganz uneigennützig.

Andreas Angermeir

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